Der Lutherweg1521 ist ein Pilgerweg zwischen Worms und der Wartburg, der durch die Bundesländer Rheinland-Pfalz, Hessen und Thüringen führt. Auch die Burg Herzberg war eine Station von Martin Luther, deshalb ist 2017 auch ein ganz besonderes Jahr für uns!

Diese Infotafel befindet sich vor der Burg und wurde vom Lutherweg in Hessen e.V. (www.lutherweg1521.de) erstellt.

Der Lutherweg und die Freiherren von Dörnberg

Hermann von Dörnberg und die hessische Reformation

Hermann von Dörnberg wurde als jüngstes von fünf Kindern des Amtmanns von Ziegenhain, Hans von Dörnberg dem Jüngeren, geboren. Als jüngstes Kind ohne Aussicht auf ein Lehen oder Burgsitz wurde er wie üblich für den geistlichen Stand bestimmt. Zunächst besuchte er bis 1516 die Schule in Hersfeld und studierte anschließend an verschiedenen (sächsischen) Universitäten, wo er gute Fortschritte machte.

Früh lernte er bei seinen Studien Martin Luther kennen und erlebte so den Thesenanschlag in Wittenberg 1517, Luthers Vorlesungen, die Leipziger Disputation und Luthers Freundschaft mit Tilemann Schnabel mit. Hier festigte sich seine religiöse Einstellung so, dass er sich nicht nur für Luthers Glaubensrichtung einsetzen konnte, sondern auch den Mut aufbrachte in seinen Kirchspielen Breitenbach u.a. die reformierte Kirche einzuführen.

Gegen Ende des 15. Jahrhunderts braute sich etwas zusammen. Die allgemeine Unzufriedenheit machte sich im ganzen Lande breit und betraf die Missstände aus dem Zusammenschluss größerer Länder, den daraus resultierenden ungeregelten Verwaltungsakten und den Fürsten selber, die sich nicht auf gemeinsames Handeln einigen konnten. Zusätzlich belastete die Kirche mit ihren Eifersüchteleien und dem immer größer werdenden Finanzbedarf die wirtschaftliche Situation, die ihrerseits grundsätzliche Reformen anmahnte.

Hans von Dörnberg der Ältere (1427-1506), der hessischer Hofmeister war, verwaltete die politischen Geschicke Hessens im Auftrage der Landgrafen. Außerdem errichtete er Armenspenden in Marburg, christliche Bruderschaften und den Kirchenneubau in Neustadt.

Als ausufernder Missstand kam nun der Ablasshandel  in Schwung, der durch den Dominikanermönch Tetzel mit allen Mitteln verbreitet wurde. Gegen diesen richteten sich die 95 Thesen Luthers (1517) und andere Schriften mit denen Luther auf den jungen, gerade gewählten Erzbischof von Mainz einzuwirken versuchte. Es ist daher nicht verwunderlich, dass gerade auch die hessischen Studenten - unter ihnen Hermann von Dörnberg - begeisterte Anhänger des Wittenberger Professors Luther wurden.

Die inzwischen aufkommenden Zwistigkeiten zwischen der katholischen Kirche und der reformatorischen Lehre verunsicherten auch die politische Führung und so wurde es möglich, dass Hermann von Dörnberg acht Jahre vor seinem Landesherrn die reformierte Kirche einführen konnte.

Von Hermann von Dörnberg wird berichtet, dass er in Abwesenheit seines Bruders Wilhelm, der mit dem Landgrafen 1521 auf dem Reichstag zu Worms weilte, mit Hilfe seiner Freunde v. Schwertzell, v. Canstein, und v. Boineburg den von ihnen allseits geschätzten Luther auf die Wartburg in Sicherheit gebracht hat.

Hermann von Dörnberg wurde nach 1522 mehrmals vom Landgrafen aufgefordert, sich kriegsmäßig gerüstet auf zukünftige Kampfhandlungen vorzubereiten, wodurch er ihm sein Vertrauen bewies. In weiteren Verhandlungen und auf dem Weg zur Abkehr vom katholischen Glauben stand Dörnberg seinem Landesherren hilfreich zur Seite.